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Alle Achtung, Erwin Vetter ist ein Mensch der Menschen liebt!

“Großer Bahnhof” für Dr. Erwin Vetter am vergangenen Samstag in der Stadthalle Ettlingen.

Historische Bürgerwehr Ettlingen zum Empfang 75 Jahre alt wurde Vetter am 23. Januar 2012. Für die Stadt ein guter Grund, ihrem ehemaligen Oberbürgermeister und Ehrenbürger nicht nur zu gratulieren, sondern auch einen großen Empfang zu bereiten. Mit “militärischen Ehren” wurde er um 10:30 Uhr vor der Stadthalle begrüßt. Freilich handelte es sich bei den Uniformierten nicht um Soldaten der Bundeswehr, sondern um die “Historische Bürgerwehr Ettlingen 1715″, die einem ihrer herausragenden Mitbürger gebührende Ehrenbezeugung erwiesen.  Und doch sah alles ganz nach einem diplomatischen Protokoll mit anschließendem Staatsbankett aus. Begleitet von der Polizei stiegen unter anderem der ehemalige Ministerpräsident von B.-Württemberg und heutige Europakommissar Günther Oettinger sowie der ehemalige Landesvater Lothar Späth am Samstagmorgen aus ihren Limousinen. Dabei auch das Mitglied des Landtags Werner Raab, der 1997 bis 2005 Bürgermeister in Ettlingen war. Als Vertreter der amtierenden Landesregierung zeigte sich Staatssekretär Dr. Frank Mentrup, der gleichzeitig Abgeordneter für den Wahlkreis Ettlingen ist. Sie alle hatten es sich nicht nehmen lassen, wegen dem Ehrentag von Erwin Vetter anzureisen. Auch sein damaliger Nachfolger im Amt des Ettlinger Oberbürgermeister, Josef Offele, war ebenso anwesend, wie der Oberbürgermeister der nahen Kurstadt Baden-Baden, Wolfgang Gerstner. Die Vorgängerin des amtierenden OB konnten wir jedoch nicht ausmachen. Wobei es möglich ist, dass sie zu Dr. Vetter, der bis 1987 OB in Ettlingen war, kaum einen Bezug hat. Dafür waren aber unzählige ehemalige Wegbegleiter von Vetter aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu sehen. Doch nicht die “Prominenz”, sondern die Ettlinger Bürger sollten die Stühle der Stadthalle bis auf den letzten Platz besetzen.

Nach dem Preußischen Präsentiermarsch der Historischen Bürgerwehr, drei Salven Kanonenabschuss von Dr. Vetteraus der Kanone und einer vierten, die durch den Jubilar selbst entzündet wurde, begrüßten die Ettlinger “ihren Erwin” mit viel Applaus in der Halle.
Oberbürgermeister Johannes Arnold an die Gäste im Saal gerichtet: “Diese Feier und ihrer aller Anwesenheit ist ein wunderbares Zeichen von Wertschätzung und Anerkennung für die Hauptperson des heutigen Tages.”
Wie schon am Tag zuvor beim Neujahrsempfang, beabsichtigte Arnold seine Rede möglichst kurz zu halten, um dadurch mehr Zeit für den gemütlicheren Teil mit persönlichen Begegnungen und Gesprächen gewinnen zu können. Daran tat er auch gut, denn die anschließenden Redner hatten so Erwin Vetter mit Oettinger, Späth & Co.einiges über die vergangenen Begegnungen und Erlebnisse mit dem ehemaligen Umweltminister und Oberbürgermeister zu erzählen. Doch zuvor beschrieb Arnold noch einmal die Stationen von Dr. Vetter: “… zu Beginn der 1970er Jahre gab es eine erste Stippvisite im Stuttgarter Staatsministerium, doch offensichtlich hatte es ihn schon damals wieder rasch ins Badische gezogen. In Klammern hat er gefühlt:  irgendwann landen wir alle mal im schönen Ettlingen.” Der heutige Ettlinger OB Arnold – “wer wünscht sich das nicht.” – berichtete von dem unglaublichen Wahlergebnis von 99,64% mit dem Erwin Vetter im Jahre 1974 als Nachfolger von Hugo Rimmelspacher zum Oberbürgermeister gewählt worden war.  “Das war der Beginn einer langen, gemeinsamen Zeit. Sie haben sich für Ettlingen begeistert und die Ettlinger für sich begeistert.” Deutlich sichtbarer Spuren habe Dr. Vetter in seiner Amtszeit bis 1987 in Ettlingen hinterlassen. “Sie haben gebrannt, Sie brennen immer noch für die Stadt, für uns Bürger, für die Umwelt, für die Kultur, für eine soziale, für eine gute und für eine gerechte Gesellschaft.”

 

“Wenn es ein Erfolgsgeheimnis gibt in meinem Leben, dann ist es das, das sind meine Bruchhausener.”

Erwin Vetter beim Empfang in der Ettlinger Stadthalle 2012Mit diesem Satz begann der Geehrte seine eigene Rede nach den Laudationes seiner Freunde, den ehemaligen Kollegen aus Kommunal- und Landes-Politik sowie dem Vertreter der aktuellen Landesregierung Baden-Württemberg.

Die “Bruchhausener” saßen in diesem Moment hinter Dr. Vetter auf der Bühne:  “…und das vorhin war meine Musikschule, und das sind meine Freunde, die gesprochen haben aus dem Herzen. Das sind meine Ettlinger, die ich liebe. Das ist das Erfolgsgeheimnis! Eigentlich alles, was ich für sie empfinde, kommt zurück zu mir am heutigen Tag.”

Erwin Vetter machte in seiner Rede deutlich, dass er das heutige Fest nicht als Fest ihm zu Ehren betrachte, sondern als “Fest für die Demokratie und ein Fest für unserer Stadt.”
Dabei ging er auch auf die am Vorabend von Oberbürgermeister Johannes Arnold gehaltene Rede anlässlich des Neujahrsempfang ein. Arnold habe für ihn die Punkte genannt, die wichtig sind für Ettlingen. Vetter zitiert den neuen OB: “Wir brauchen ein geschlossenes, klares, entscheidungsfähiges Team im Rathaus. Meine Verwaltung wird geboren oder wieder neu geboren, meine Verwaltung wird orientiert auf Bürgernähe. Wir tragen jetzt Schilder, da stehen die Namen drauf.”
Entscheidend sei, so der Jubilar und frühere OB, dass man für die Leute da sein und sich an diesen Menschen orientieren müsse. Bei der nicht ganz einfachen Aufgabe, sollten alle Bürger Oberbürgermeister Johannes Arnold begleiten.

v. links nach rechts: Arnold, Oettinger, Mentrup“Das erst mal in meinem Leben ist was passiert, ich habe einem Kommissar die Hand gedrückt”, sagte Vetter scherzhaft in Richtung Günther Oettinger, der EU-Kommissar für Energie ist. Sonst würden diese Kommissare in Straßburg und der Welt “herumhuschen”, jetzt wäre aber einer dieser Kommissare mal in Ettlingen. Auch das könne ein Zeichen für Bürgerverbundenheit sein.

Geheimnisse aus seinem Leben habe Werner Raab, der ihn sehr lange im beruflichen Leben begleitet hätte, in seiner Laudatio ausgebreitet. In der Tat hatte dieser eine recht lange Rede gehalten. Vetter:  “Es gibt keinen der mir näher war als Du ein ganzes Leben lang, seit Du vom Landratsamt weggeholt worden bist zu mir. Du und Deine Frau sind mir sehr sehr lieb.”

Lothar Späth Januar 2012 in Ettlingen“Früher sagte man mal in Ettlingen:  Napoleon sei an allem schuld. An allem was ich getan habe, ist Lothar Späth schuld.”
Er, Vetter, habe in dessen Zeit alle Einrichtungen gegründet, die auch aus Ideen des damaligen Ministerpräsidenten Späth stammen. Eine sei zum Beispiel die ZKM (Zentrum für Kunst- und Medientechnologie). “Lothar Späth ist einer, der mein politisches Leben entscheidend geprägt hat.”
So kam es dann auch öfter mal zu einem Dialog wie diesem, wenn Vetter in Späths’ “Bude” rein kam:

Vetter: Ich hab’ eine Idee…
Späth: Was koschts?
Vetter: XY
Späth: Dann machs!

“Ich bin nicht der Gescheiteste, aber ich ich mag es, mich mit den Gescheitesten zu umgeben”

In seiner Zeit als Oberbürgermeister von Ettlingen hatte Dr. Vetter diesen Satz nicht nur einmal gegenüber seinen Mitarbeitern in der Verwaltung geäußert. Aus Dienstverhältnissen zwischen ihnen und ihm seien Kameradschaft oder sogar Freundschaft gewachsen.
“Unser Erwin” schwelgt in Erinnerungen und nennt die damaligen Erfolgsträger der Ettlinger Stadtpolitik mit Namen: Speck, Huss, Radwanski, Altenbach und den unvergesslichen Kämmerer Müller, die Kämmerer Geiser und Becker, Planer Welker. Bei den Stadtwerken: Schneider und Zimmer. Damit benennt er “nur mal” die Chefs innerhalb der Verwaltung von damals. Dies sei die Mannschaft, die Ettlingen geprägt habe.

 

Damals war er durch die Hausmeister oft besser informiert als die Gemeinderäte.

Erwin Vetter mit Ettlinger KrawatteEs waren die Hausmeister, die durch die Stadt gingen und auch die Papierschnippsel aufgehoben haben. Sie waren da und haben den Bürgern zugehört und ihm (Vetter) am nächsten Morgen erzählt, was in der Stadt wichtig ist und was die Bürgerschaft so denkt. Aus diesem Grund war man in der Verwaltung meist besser informiert als die Gemeinderäte.
In den Ministerien in Stuttgart hatte Vetter sehr ähnliche Erfahrungen gemacht.

 

Achtung für die Abschluss-Rede von “Erwin” – Er liebt mehr den Menschen als irgend welche Parteien.

Zumindest hatten wir von ZackraDE diesen Eindruck einmal mehr bei seiner gestrigen Rede gewonnen. Dr. Erwin Vetter hatte nicht nur eine Rückschau auf seine damalige Amtszeit gehalten, sondern mit eigenen Kommentaren zur Gegenwart wie auch den Zukunfts-Chancen nochmal Dr. Erwin Vetter 2012bewiesen, wie leibhaftig “nah” er am Bürger noch heute ist. “Unser Erwin” ist kein bisschen leise geworden; er prangert auf seine eigene Art Missstände in unserer heutigen Gesellschaft an, ohne zu polarisieren. Er ist vielleicht äußerlich “älter” geworden, aber agil und auf der Höhe der Zeit. Nein, gestern stand da kein gebrechlicher Mann auf der Bühne in Ettlingen, der wie bei Bambi- oder Oscar-Verleihungen für sein “Lebenswerk” ausgezeichnet wird und damit schon “tschüss” gesagt hat. Da war und ist ein Mann, dem man leichten Herzens abnimmt, dass er die Menschen liebt. Kann man so etwas lernen? Sicher nicht, aber vielleicht mal in sich gehen ohne “Unterricht” und nach den Werten dieses Daseins, des “Miteinanders” suchen, dann klappt es vielleicht sogar schon im Alter von vierzehn Jahren!

Wir meinen das “Erfolgsrezept” des so beliebten “Erwins” spätestens seit gestern kapiert zu haben. So einfach kann es manchmal sein…

 

Ganz nebenbei haben wir übrigens eine kleine Videokamera mitlaufen lassen, einen Zusammenschnitt hiervon gibt es mit einem Klick auf das Foto unten zu sehen:

Zum Video vom Empfang 2012 für Herrn Dr. Vetter.

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